Chirotherapie ist eine Behandlungsform von funktionellen Beschwerden des Bewegungsapparates. Es wird hierbei durch spezielle Handgriffe an entsprechenden Kontaktpunkten ein gezielter Reiz auf die Nervensensoren des unbewussten Nervensystems gesetzt. Auf diese Weise können reflektorisch Schmerzursachen beseitigt werden, die zum Beispiel durch ein falsches Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen bedingt sind.
Am besten geeignet für eine chirotherapeutische Behandlung sind funktionelle Beschwerden, so genannte Blockierungen. Mit „funktionell“ werden Scherzursachen beschrieben, die keine anatomisch fassbare Ursache haben, sondern die sich aus einem gestörten Regelkreis der vegetativen („unbewussten“) Nervensteuerung erklären. Funktionelle Schmerzursachen sind viel häufiger als anatomisch fassbare Ursachen. Dies bedeutet, dass besonders gut auf Chirotherapie ansprechen:
Entgegen der Alltagsformulierung kann die Chirotherapie nichts „einrenken“. Dies ist aber auch gar nicht erforderlich, da z. B. bei einer Wirbelgelenksblockierung eben nichts „verrenkt“ ist, sondern lediglich eine Fehlsteuerung im Zusammenspiel der Muskelgruppen und der Gelenkfunktion besteht. Nicht beeinflussbar sind auch anatomisch fassbare Veränderungen wie z. B. ein Bandscheibenvorfall, der eine andere ursächliche Behandlung erfordert.
In der Praxis beginnt chirotherapeutische Behandlung mit einer körperlichen Untersuchung, eventuell auch einer Röntgenuntersuchung, mit der geklärt wird, ob eine funktionelle oder eine andere Schmerzursache vorliegt. Anschließend wird durch eine spezielle Lagerung, die einen „Dehnungsreiz“ am blockierten Gelenk erzeugt, und durch einen kurzen Impuls der oben beschriebene Reiz auf die sensorischen Nerven des betroffenen Gelenks erzeugt. Die Lagerung des Gelenks und auch der Impuls überschreiten niemals den normalen Bewegungsumfang des Gelenks.
Aufgrund der Tatsache, dass durch die Handgriffe der natürliche Bewegungsumfang des Gelenks nicht überschritten wird, ist es extrem unwahrscheinlich, dass mit dem Lösen einer Blockierung ein Schaden am Gelenk oder seiner Weichteile verursacht werden kann. Auch die von manchen Kritikern vertretene Meinung, dass besonders durch die Griffe am Hals bestimmte Nervenausfälle verursacht werden können, ist nicht bewiesen.